Nr. 4
 

 

Die Entscheidung ist gefallen.

Nach langen Disskusionen und einer, denkbar knappen, Entscheidung, steht nun der Sieger des Wettbewerbs „Bilde, Künstler! Rede nicht!“ fest.
In der Kategorie Prosa hat Christine Winterholler mit der Erzählung „Drehmoment“ den 1. Platz belegt, dicht gefolgt von Eugen Maul mit der Erzählung „Terra Absurda“.
In der Kategorie „Lyrik“ hat Anton Mitleider mit dem Gedicht „Niemandem gewidmet“ gewonnen.

Die Jury bedankt sich bei allen Teilnehmern und wünscht Ihnen weiterhin frohes Schaffen und viel Erfolg!

 


 

 

 

Inhalt

 

 

 

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Chefredakteur J. Bender

© Idee und Design: Gennady Dick

 

 

Schon seit 16 Jahren treffen sich die Mitglieder des Literaturkreises der Deutschen aus Russland e.V. zwei Mal im Jahr – im Frühling und Herbst – zu ihren Autorenseminaren. Obwohl das Wetter gerade umschlug, und es ein ziemlich verregnetes Oktoberwochenende war, freuten sich die Autoren auf die ruhige und freundliche Atmosphäre dieses Treffens, auf die Lieder im Kaminzimmer, auf neue Texte der Schriftstellerkollegen, über die lebhaft diskutiert wurde.
Die Textanalyse wurde wie immer in zwei Gruppen durchgeführt. Die Gruppe der Russisch schreibenden Autoren leitete die Journalistin Larissa Uljanenko, die sehr taktvoll auf typische Fehler aufmerksam machte und von den Teilnehmern sehr positiv eingeschätzt wurde. Die deutsche Gruppe leiteten Agnes Gossen-Giesbrecht und Martina Leon, Germanistin und Regisseurin des EuroCentral Theaters in Bonn. In beiden Gruppen waren auch einige Gäste, die sich für die Seminare des Literaturkreises interessierten. Elena Dumrauf aus Geseke und Renate Wolf aus Duisburg, sowie Larissa Uljanenko aus Kassel traten am letzten Tag des Seminars dem Literaturkreis bei.
Am 8. Oktober fand abends ein Konzert mit eingeladenen Gästen statt. Zum Auftakt traten zwei extra angereisten Frauen, die vom Vorsitzenden des Vereins Heinrich Dick eingeladen wurden. Es waren Dr. Norma Escobedo de Driever aus Peru - eine Soziologin, Dichterin und Autorin von drei Büchern und die in Deutschland lebende Saxophonistin Natalia Stuphorn aus Moskau, die in Orenburg, Berlin und in Detmold an Musikhochschulen studiert hat. Mit ihrem gemeinsamen Programm "Farben der Kunst" führten sie die Zuschauer durch eine literarisch-musikalische Reise in die Welt der Farben. Es war ein sehr harmonischer Auftritt, wo Wort und Musik perfekt einander ergänzten.

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Wie herrlich ist es doch, dass der Groß der bundesdeutschen Bevölkerung ein kurzes Mediengedächtnis besitzt. An Beispielen dafür mangelt es in der ereignisreichen deutschen Medienlandschaft keinesfalls. Vergessen sind die Betrügereien eines Guttenberg, der durch sein gedankenloses Handeln der Glaubwürdigkeit der deutschen Wissenschaft einen Stoß versetzt hat, von der sie sich lange wird erholen müssen. Auf eine anständige Entschuldigung wartet man bis jetzt vergebens, ebenso auf ein vernünftiges und gerechtes Urteil. Weniger bekannte Plagiatshersteller müssen da schon mit mehr rechnen, als einer bloßen Aberkennung der zu Unrecht erworbenen Titels.
Auch die jüngsten Vorfälle in Japan scheinen sich langsam aus den Gedächtnissen der Konsumenten zu verabschieden. Glücklich können sich da die B90-Grünenpolitiker der Bundesländer schätzen, in welchen jetzt Wahlen anstehen. Das diese jetzt massiv an Stimmen gewinnen, liegt nicht allein an der Anti-Atom-Politik, sondern vielmehr an der Konsequenz, mit der diese Politik schon seit der Gründung der Partei 19XX betrieben wird.

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Chefredakteur J. Bender

© Idee und Design: Gennady Dick

Es ist nicht leicht, einem Menschen bis zum Lebensende treu zu sein, aber bedeutend schwieriger ist es, einer Sache für immer treu zu bleiben.
Solch ein Mensch ist Ida Bender, 1922 in Rothammel an der Wolga geboren, seit 1991 in Deutschland. Sie hat sich schon in jungen Jahren dem Schicksal ihrer russlanddeutschen Volksgruppe voll und ganz verschrieben, gleich ihrem Vater, dem Schriftsteller Dominik Hollmann, der bis zum letzten Atemzug seinen Russlanddeutschen treu geblieben ist. Was man leider nicht von jedem Russlanddeutschen sagen kann, viele zeigen Null Interesse an der deutschen Geschichte, der deutschen Sprache, der deutschen Kultur und der deutschen Literatur und werden somit, gewollt oder ungewollt, zum Schlendrian und Verräter der Russlanddeutschen. Ida Bender hielt sich ihr Leben lang an den berühmten Spruch von Luther: Hier stehe ich und kann nicht anders! Und das hat sie in ihrem Elternhaus mit Muttermilch aufgesaugt und an ihre Kinder und Enkelkinder weiter gegeben.
In der letzten Zeit wurde eine Reihe von Lebensberichten und Familiengeschichten geschrieben und veröffentlicht und dadurch einen Beitrag zur Geschichte der russlanddeutschen Volksgruppe geleistet.
Und nun noch ein Buch, das von Ida Bender, geb. Hollmann, „Schön ist die Jugend… bei frohen Zeiten“, eben erschienen, noch semmelwarm. Aber, Hallo! Schon die Aufmachung (blühende Steppenlandschaft), der Umfang (608 Seiten), das Genre (biographischer Roman) machen neugierig und wecken die Lust, das Buch zu lesen. Die authentische Schreibweise von Ida Bender ist faszinierend, das Fabulieren und Fantasieren lässt sie absichtlich außen vor im Unterschied zu den modernen jungen Schriftstellern, die mangels bitterer Lebenserfahrung und harter Schicksalsschläge meistens Material für ihre Werke aus der Luft greifen oder aus dem Finger saugen.

 

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