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Wie herrlich ist es doch, dass der Groß der bundesdeutschen Bevölkerung ein kurzes Mediengedächtnis besitzt. An Beispielen dafür mangelt es in der ereignisreichen deutschen Medienlandschaft keinesfalls. Vergessen sind die Betrügereien eines Guttenberg, der durch sein gedankenloses Handeln der Glaubwürdigkeit der deutschen Wissenschaft einen Stoß versetzt hat, von der sie sich lange wird erholen müssen. Auf eine anständige Entschuldigung wartet man bis jetzt vergebens, ebenso auf ein vernünftiges und gerechtes Urteil. Weniger bekannte Plagiatshersteller müssen da schon mit mehr rechnen, als einer bloßen Aberkennung der zu Unrecht erworbenen Titels.
Auch die jüngsten Vorfälle in Japan scheinen sich langsam aus den Gedächtnissen der Konsumenten zu verabschieden. Glücklich können sich da die B90-Grünenpolitiker der Bundesländer schätzen, in welchen jetzt Wahlen anstehen. Das diese jetzt massiv an Stimmen gewinnen, liegt nicht allein an der Anti-Atom-Politik, sondern vielmehr an der Konsequenz, mit der diese Politik schon seit der Gründung der Partei 19XX betrieben wird.
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Chefredakteur J. Bender
© Idee und Design: Gennady Dick |
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Es ist nicht leicht, einem Menschen bis zum Lebensende treu zu sein, aber bedeutend schwieriger ist es, einer Sache für immer treu zu bleiben.
Solch ein Mensch ist Ida Bender, 1922 in Rothammel an der Wolga geboren, seit 1991 in Deutschland. Sie hat sich schon in jungen Jahren dem Schicksal ihrer russlanddeutschen Volksgruppe voll und ganz verschrieben, gleich ihrem Vater, dem Schriftsteller Dominik Hollmann, der bis zum letzten Atemzug seinen Russlanddeutschen treu geblieben ist. Was man leider nicht von jedem Russlanddeutschen sagen kann, viele zeigen Null Interesse an der deutschen Geschichte, der deutschen Sprache, der deutschen Kultur und der deutschen Literatur und werden somit, gewollt oder ungewollt, zum Schlendrian und Verräter der Russlanddeutschen. Ida Bender hielt sich ihr Leben lang an den berühmten Spruch von Luther: Hier stehe ich und kann nicht anders! Und das hat sie in ihrem Elternhaus mit Muttermilch aufgesaugt und an ihre Kinder und Enkelkinder weiter gegeben.
In der letzten Zeit wurde eine Reihe von Lebensberichten und Familiengeschichten geschrieben und veröffentlicht und dadurch einen Beitrag zur Geschichte der russlanddeutschen Volksgruppe geleistet.
Und nun noch ein Buch, das von Ida Bender, geb. Hollmann, „Schön ist die Jugend… bei frohen Zeiten“, eben erschienen, noch semmelwarm. Aber, Hallo! Schon die Aufmachung (blühende Steppenlandschaft), der Umfang (608 Seiten), das Genre (biographischer Roman) machen neugierig und wecken die Lust, das Buch zu lesen. Die authentische Schreibweise von Ida Bender ist faszinierend, das Fabulieren und Fantasieren lässt sie absichtlich außen vor im Unterschied zu den modernen jungen Schriftstellern, die mangels bitterer Lebenserfahrung und harter Schicksalsschläge meistens Material für ihre Werke aus der Luft greifen oder aus dem Finger saugen.
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